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Die Nacht ist - worüber ich mir auch zu 100% im Klaren war - wieder nicht so super. Ich bekomme zwar ein paar Mützen voll Schlaf, aber insgesamt ist es das gleiche
wie immer: Ich gehe ziemlich tot von der Fähre. Aber wie gesagt, damit hatte ich gerechnet und deswegen auch nur eine Kurzetappe für den Tag danach eingeplant.
Etwas vor 6:30h fahren wir in die Lagune ein, dann dauert es aber noch eine Stunde bis zur Ausschiffung - die Lagune ist gross und wir fahren die letzten 15
Kilometer nur mit mehr mit weniger als der halben Geschwindigkeit. Es dauert also eine Stunde, bis wir im Terminal Fusina Fusina sind. Dort stehen
wir dann noch eine unverständlich lange Zeit, bevor irgendetwas weiter geht. Gegen 8 Uhr ist es dann aber soweit und wir können das Schiff verlassen. Dann heisst
es noch umpacken, Fahrradbekleidung anziehen und los geht's!
Für meine Weiterreise nach Treviso, wo ich heute übernachten werde, habe ich noch eine Routenänderung vorgenommen: Statt dem direkten Weg werde ich über den Radweg
AIDA fahren, was sicherlich viel schöner, wenn auch etwas länger ist. Nachdem ich aber sowieso nicht weiss, ob das Zimmer um 12 oder erst um 14 Uhr bezugsfertig
ist, kann ich mir die Zeit nehmen.
Zuerst muss ich einige Kilometer auf der Schnellstrasse fahren, bevor die Radwege beginnen. Allerdings sind die Radwege so angelegt, dass es eher ungemütlich ist,
wenn man vorankommen will, sondern es sind eben so richtige Stadt-Radwege, die ich auch zu Hause nicht nutze. Ich probiere es hier, aber irgendwann gebe ich auf
und fahre auf der Strasse. Bald komme ich nach Mestre Mestre. Auffällig hier:
Viele Radwege, aber noch viel mehr Asiaten - Italiener sieht man auf der Strasse kaum, ausser im Zentrum der Stadt, das ganz schön ist.
Nach Mestre bin ich dann bald wirklich am Land und will dem Radweg folgen. Allerdings taucht dann in Dese
ein Strassenschild 'Strada chiusa' auf und in eine Sackgasse will ich nicht fahren. Also fahre ich auf der Strasse weiter bis Casale sul
Sile und ab dort dann auf dem Radweg AIDA, der sich in seiner Gesamtheit von der slowenischen bis zur französischen Grenze Italiens zieht,
also quer durch den Norden Italiens.
Es ist ab hier ein besonders schöner Abschnitt des Radwegs, denn man fährt durch die Auen des Flusses Sile, der als sauberster Fluss Ittaliens gilt. Es gibt
viel Schilf, Wassvögel, aber auch Radler und Wassersportler und der Fluss schlängelt sich unbegradigt durch die Auen. Zu 95% fährt man auf Schotter - gottseidank!
Den Ort Casier
passiere ich auf meinem Weg und mache dort eine Pause.
Dann sind es nur mehr wenige Kilometer nach Treviso Treviso. Die
Provinzhauptstadt der gleichnamigen Provinz war mir bisher nur vom Namen her bekannt, Näheres wusste ich nicht. Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Botteniga und
Sile in der venezianischen Ebene und ist bekannt dafür, dass sie von mehreren Kanälen durchflossen wird. Die schöne Architektur in der Altstadt fällt einem gleich
auf und ehrlich gesagt hätte ich das nicht erwartet. Leider bin ich ziemlich müde von der Nacht auf der Fähre und nach einer kurzen Altstadtrunde mit dem Rad geht
es noch 2 Kilometer weiter zum Hotel, wo ich kurz nach 12 Uhr eintreffe.
Das Zimmer ist schon bereit und jetzt muss ich mich nach der harten und ziemlich schlafbefreiten Nacht erst einmal restaurieren und wiederaufbereiten ...
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