|
|
Als ich heute nach dem Frühstück um 8h vom Hotel aufbreche, merke ich sofort: JAAAA, es läuft wieder - I'm back! Es hat einige Zeit gedauert, bis ich mich erholt
habe von der Infektion, aber jetzt sollte es zumindest zu 90% wieder passen. Und das ist dann gleich wieder ein ganz anderes Fahrgefühl, als wenn man sich jeden
Meter mühsamst erarbeiten muss!
Auch von der Strecke her kann ich mich nicht beklagen: gleich von Beginn weg Nebenstrasse bis Sasaran, hindurch
zwischen den Ölpalmen, wie ich seit Myanmar ja schon soooo viele Kilometer gefahren bin! Ja, es muss auf dieser Welt verdammt viel Palmöl im Umlauf sein, wenn ich
allein schon denke, wieviele Plantagen ich auf dieser Reise gesehen habe! Und Unmengen an Urwald müssen diesen Plantagen zum Opfer gefallen sein!
Die einzige grössere Stadt unterwegs ist Puncak Alam Puncak Alam nach 30
Kilometern, wo ich eine Pause einlege. Hier habe ich wieder ein Erlebnis der besonderen Art: eine junge Frau mit Kopftuch kommt auf mich zu und drückt mir einen
Sack mit Getränken und einigen Früchten mit den Worten ''That's for you!'' in die Hand. Auf meine Frage, womit ich das verdient habe, sagt sie ''I wanted to do
something good!''. Wir tratschen noch einige Sätze und sie meint, dass es gut sei, dass ich an keinem Wochentag nach Kuala Lumpur einfahre - wie Recht sie haben
sollte!
Nach der Stadt muss ich teilweise schon auf die Doppelspurige und man merkt, dass die Hauptstadt näher kommt. Der Verkehr wird stärker und 30 Kilometer vor dem
Zentrum beginnen die Vororte der Hauptstadt, 10 Kilometer weiter die ersten Hochhaussiedlungen. Das erwartete und befürchtete Verkehrsdisaster tritt ein - obwohl
es Sonntag ist, es staut sich auf der Stadtautobahn, die viele Baustellen aufzuweisen hat. Ich versuche es mit Umfahren, aber ganz so einfach ist das auch
nicht.
Ich lege noch eine Trinkpause bei einem Restaurant ein, damit ich bei dem Verkehr nicht ausraste! Insgesamt kommt man sich nach der Einfahrt nach Kuala
Lumpur Kuala Lumpur wie nach dem
Eintritt in eine andere Galaxie vor: Überall die riesigen Skyscraper, aus jedem Blickwinkel tauchen neue auf, nichts erinnert mehr an das ländliche Malaysia, wo
ich noch vor 1 Stunde war! Aber zugleich muss man auch sagen, dass es keine Stadt ist, die einen mit den Hochhäusern erdrückt - es ist genügend Platz da und man
hat die Hochhäuser ganz gut verteilt.
Alte Bausubstanz gibt es auch, vor allem wenn man Richtung Zentrumsnähe kommt, wo ich mir das Melange Boutique Hotel gebucht habe. Hier wird es dann auch
ruhiger, es gibt Strassen, wo es fast ausschliesslich Restaurants gibt und die fast Fussgängerzone sind - alles sehr China-lastig hier und die Chinesen sind ja
auch eine nicht unerhebliche Bevölkerungssgruppe in Malaysia (ca. 25%). Westliche Touristen sind dann auch wieder eine ganze Menge hier, KL ist eben auch ein
Touri-Hotspot.
Für mich persönlich ist KL nach fast genau 19.000 Kilometern ein weiterer Meilenstein meines Europa-Australien-Fortsetzungsprojekts so wie Istanbul, Tbilisi,
Samarkand, Almaty, Lanzhou oder Hanoi! Wieder Zeitpunkt für Reflexion und die Frage: bin ich das wirklich schon alles geradelt!?! YES, you did :)!!!
|