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Die Grossstadt Bandung liegt auf 700hm, wodurch es zumindest einmal frühmorgens nicht schon brütend heisst bzw. richtig angenehm ist, als ich um 7h zum
Open-Air-Frühstück gehe. Insofern verstehe ich die Lady vom Verkaufsstand am Berg von gestern, als sie meinte, dass Bandung gut ist und Jakarta eben nicht. Heute
habe ich ja nur eine ziemlich kurze Strecke und mache dann noch etwas höher einen Tag Pause, bevor es auf der anderen Seite Richtung Küste geht.
Der Morgenverkehr ist wieder höllisch, es heisst wieder, sich irgendwie einen Platz auf der Doppelspurigen zu erkämpfen - sehr stressig, laut und nervig! Nach 14km
muss ich mich entscheiden, wie ich weiterfahre: Weiter auf der Hauptstrasse oder den etwas höhenmeterreicheren Weg abseits davon. Die Entscheidung fällt nicht
schwer - runter von der Hauptstrasse! Es wird dann bedeutend ruhiger und auch ruppiger, sehr angenehm, wenn das Fahren auf der schlechten Strasse auch mühsamer
wird. Verkehrsfrei ist es natürlich auch hier - wie nirgendwo auf Java - nicht. Nach Tegalluar mache ich bei
KM21 die erste Pause - bisher alles flach, ich bin nach wie vor auf 700m.
Auf dem nächsten Abschnitt über Cijagra wird es richtig hübsch, man fährt
vorbei an endlosen Reisfeldern, die saftig grünen Pflanzen sind im Sonnenlicht schön anzusehen. Noch immer steigt es nicht, aber im Hintergrund sieht man schon die
Berge. Wo in Indonesien ein Berg ist, ist meist auch ein Vulkan nicht weit! So ist es auch hier, ich werde heute noch einige Vulkane - wenn auch nur in der Ferne -
passieren. Vor Cihanyir zweige ich auf die Nebenstrasse
ab und bald beginnt die Steigung.
Gut daran: Viel weniger Verkehr und mit der Zeit schöne Ausblicke in die Ebene. Nicht so gut: Die Bergfahrt starte ich um 11h und da ist's wieder ordentlich heiss.
Trotzdem - schön zu fahren, aber auch immer um die 10% Steigung. Zwischendurch ziehe ich das locker gewordene Steckblech an und mache dann wenig später eine Pause
in einem Coffeeshop namens 'Watuline'. Sehr angenehm für eine Pause, die Hütte ist so konstruiert, dass die Luft kühl durchzieht.
Von hier sind es jetzt noch etwas über 6km bis zum Peak. Die Steigung liegt immer um 8-10%, erst gegen Ende hin gibt es einige böse Passagen. Dann sieht man schön
auf die Vulkane, es gibt oben einen kleinen Ort und viel Landwirtschaft am Fuss der Berge. Ich bin jetzt auf über 1.100 Meter und jetzt geht's auf der anderen
Seite wieder runter. Einige Passagen sind wirklich so extrem steil, dass ich kurzzeitig schiebe, weil auch schon die Felgen glühen (das kann im schlimmsten Falle
mit einem Reifenschaden enden). Am Ende der Abfahrt sieht man schön auf den Ort Mandalasari, dann
geht's zurück auf die Hauptstrasse und ich wieder auf 700 Meter herunten.
Was für ein übler Rückfall in die indonesische Schnellstrassenhektik nach dieser schönen Etappe! Es wird wieder sehr laut, als ich in Cangkuang Cangkuang einfahre, es
steigt wieder an und ich mache noch eine Pause in dem Ort, bevor ich den letzten Akt über 8km eröffne. Das ist das kein richtiges Ausrollen, sondern zuerst muss
ich noch 150 Höhenmeter machen, bevor die Arbeit für heute wirklich erledigt ist.
Garut Garut heisst der heutige
Etappenort und Santika das grosse Hotel, in dem ich für 2 Nächte absteige. Schon beim Einchecken merke ich, dass ich hier mit ziemlicher Sicherheit der
einzige Ungläubige bin. Gefällt mir nicht so ganz, aber hilft jetzt nix mehr - dafür waren die ersten beiden Hotels sehr in Ordnung. Bis übermorgen habe ich jetzt
Zeit, mich für die 4 darauffolgenden Etappen fitzumachen. Jeder dieser Etappen ist 100+km lang und am Ende sollte ich dann in Yogyakarta sein, wo ich dann 2 Tage
/3 Nächte bleiben werde. Morgen also Entspannen und eine Besichtigung von Garut
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